Was sich geändert hat
- Hervorhebung, dass das WTO-Abkommen über Fischereisubventionen im September 2025 in Kraft getreten ist und Subventionen für IUU-Fischerei, überfischte Bestände und unregulierte Hochseefischerei verbietet.
- Aufruf an die WTO-Mitglieder, die «Fish 2»-Verhandlungen abzuschliessen, um die Disziplinen für Fischereisubventionen weiter zu stärken.
- Förderung institutionenübergreifender Partnerschaften durch die Initiative Geneva Nexus, die im Juni 2026 ins Leben gerufen wurde, um Themen wie Ozean-Governance, Handel, Biodiversität, Gesundheit und Ernährungssicherheit anzugehen.
In ihren Ausführungen vom 5. November 2026 unterstrich die Generaldirektorin der Welthandelsorganisation (WTO), Ngozi Okonjo-Iweala, die entscheidende Beziehung zwischen internationalem Handel, ökologischer Nachhaltigkeit und der globalen Ozeanwirtschaft. Mit einem Wert von 2,6 Billionen US-Dollar und der Unterstützung von rund 133 Millionen Arbeitsplätzen ist die Ozeanwirtschaft ein zentraler Motor des weltweiten Handels und der Ernährungssicherheit, wobei mehr als 80 % der global gehandelten Güter auf dem Seeweg transportiert werden. Die Generaldirektorin betonte, dass kein Zielkonflikt zwischen wirtschaftlichem Wohlstand und Nachhaltigkeit bestehe, und warnte davor, dass der anhaltende Rückgang der maritimen Biodiversität den Handel, die Ernährungssicherheit und die Existenzgrundlagen, die von den Meeresressourcen abhängen, direkt gefährdet.
### Multilaterales Handelssystem und nachhaltige Entwicklung der Ozeane
Trotz anhaltender geopolitischer Turbulenzen finden rund 72 Prozent des weltweiten Warenhandels weiterhin unter den Meistbegünstigungsbedingungen (MFN) der WTO statt. Generaldirektorin Okonjo-Iweala wies darauf hin, dass das multilaterale Handelssystem konkrete Ergebnisse für eine nachhaltige Ozeanentwicklung erzielt hat, insbesondere durch das WTO-Abkommen über Fischereisubventionen.
Das Abkommen über Fischereisubventionen, das im September 2025 in Kraft trat, ist das erste WTO-Abkommen, bei dem die ökologische Nachhaltigkeit ausdrücklich im Mittelpunkt steht. Gemäss seinen Bestimmungen verbietet das Abkommen Subventionen für:
1. Illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei (IUU-Fischerei);
2. Fischerei auf überfischte Bestände; und
3. Fischerei auf der unregulierten Hochsee.
Um auf diesem Rahmen aufzubauen, forderte die Generaldirektorin die WTO-Mitglieder auf, die verbleibenden Verhandlungen über Fischereisubventionen, bezeichnet als «Fish 2», abzuschliessen. Der Abschluss dieser Verhandlungen soll die verbindlichen Disziplinen des Abkommens weiter verbessern und stärken.
### Unterstützung von Küstenwirtschaften und bestehende Handelsinstrumente
Insel- und Küstenwirtschaften in der Wertschöpfungskette der Ozeanwirtschaft nach oben zu bringen, bleibt eine zentrale Priorität. Um dies zu erreichen, muss der lokale Zugang zu wesentlichen Ressourcen verbessert werden, einschliesslich Technologie, technischem Know-how, physischer Infrastruktur und Entwicklungsfinanzierung, die erforderlich sind, um Meeresprodukte zu verarbeiten, notwendige Zertifizierungen zu sichern und Zugang zu globalen Verbrauchermärkten zu erhalten.
Die Generaldirektorin betonte, dass bereits mehrere bestehende WTO-Instrumente und Handelsmechanismen diese Entwicklungsziele unterstützen:
- **WTO-Übereinkommen über Handelserleichterungen:** Unterstützt die Beschleunigung von grenzüberschreitenden Verfahren und der Zollabfertigung für leicht verderbliche Waren.
- **WTO-Dialog über Plastikverschmutzung:** Untersucht kritische Umweltfragen einschliesslich Einwegkunststoffen und erleichtert den Zugang zu Abfallbewirtschaftungstechnologien.
- **Gespräche über ökologische Nachhaltigkeit:** Befasst sich mit dem Zugang zu Umweltgütern und -dienstleistungen, die für den breiteren grünen Wandel erforderlich sind.
- **Entwicklungsinitiativen:** Bietet technische Unterstützung und Kapazitätsaufbau über Mechanismen wie den Erweiterten Integrierten Rahmen (EIF) und die Standards and Trade Development Facility (STDF).
### Behördenübergreifende Partnerschaften: Der Geneva Nexus
Die Bewältigung der komplexen Ozean-Governance erfordert eine nachhaltige Zusammenarbeit über multilaterale Gremien hinweg. Die Generaldirektorin hob den Geneva Nexus hervor, eine informelle Gruppe zum Wissensaustausch, die im Juni 2026 von der Ständigen Vertretung Portugals und mehreren anderen UN-Vertretungen in Genf gegründet wurde. Die Initiative konzentriert sich auf Ozean-Governance, Handel, Biodiversität, Gesundheit und Ernährungssicherheit und bringt bedeutende internationale Organisationen zusammen.
Zu den Sitzungspartnern von Geneva Nexus gehören die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), die WTO, die Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD), die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO), die Internationale Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) und der World Wide Fund for Nature (WWF). Im Anschluss an die Rede der Generaldirektorin moderierte Yuvan Beejadhur, Senior Advisor der Generaldirektorin der WTO, eine Podiumsdiskussion mit Experten dieser Partnerorganisationen.
### Praktische Auswirkungen für Unternehmen und Juristen
Für Unternehmen, Exporteure und Rechtsberater im Meeres- und Fischereisektor signalisieren diese rechtlichen und institutionellen Entwicklungen eine strengere Durchsetzung gegen schädliche Fischereipraktiken sowie den Ausbau von Compliance-Mechanismen. Exporteure müssen sich an den Subventionsverboten ausrichten und gleichzeitig Handelserleichterungsinstrumente, Qualitätszertifizierungsprogramme und Initiativen für den grünen Wandel strategisch nutzen.
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### Häufig gestellte Fragen
**F1: Wann ist das WTO-Abkommen über Fischereisubventionen in Kraft getreten und was verbietet es?**
**A:** Das WTO-Abkommen über Fischereisubventionen ist im September 2025 in Kraft getreten. Es verbietet Subventionen für illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei (IUU-Fischerei), die Fischerei auf überfischte Bestände sowie die Fischerei auf der unregulierten Hochsee.
**F2: Was ist der Zweck der "Fish 2"-Verhandlungen?**
**A:** "Fish 2" bezeichnet die zweite Phase der Verhandlungen über Fischereisubventionen, die darauf abzielt, noch verbleibende Regelungsbereiche abzuschliessen, um die Bestimmungen des Abkommens über Fischereisubventionen weiter zu stärken und auszubauen.
**F3: Was ist der Geneva Nexus und wann wurde er ins Leben gerufen?**
**A:** Der Geneva Nexus ist eine informelle Gruppe zum Wissensaustausch, die im Juni 2026 von der Ständigen Vertretung Portugals und anderen UN-Vertretungen in Genf ins Leben gerufen wurde, um in Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen Themen wie Meeres-Governance, Handel, Biodiversität, Gesundheit und Ernährungssicherheit anzugehen.
**F4: Welche bestehenden Handelsmechanismen unterstützen laut dem WTO-Generaldirektor die nachhaltige Entwicklung der Ozeane?**
**A:** Zu den unterstützten Instrumenten gehören das WTO-Abkommen über Handelserleichterungen, der WTO-Dialog über Plastikverschmutzung, Diskussionen über ökologische Nachhaltigkeit bezüglich Gütern und Dienstleistungen des grünen Wandels, der Erweiterte Integrierte Rahmen (Enhanced Integrated Framework) sowie die Standards and Trade Development Facility.
Wer betroffen sein kann
Regierungen, kommerzielle Fischereiflotten, Exporteure von Meeresfrüchten, Küsten- und Inselwirtschaften, Fachleute für Handelsrecht und internationale Organisationen.
Grenzüberschreitender Kontext
Multilateraler WTO-Rahmen, der in den Rechtsordnungen aller WTO-Mitglieder anwendbar ist; betrifft die internationale Hohe See, den globalen Handel mit Meeresfrüchten und die grenzüberschreitende Umwelt-Governance.
Was als Nächstes zu prüfen ist
- Beobachtung des Fortschritts und des Textes der laufenden "Fish 2"-WTO-Verhandlungen über Fischereisubventionen.
- Überprüfung der spezifischen Umsetzungs- und Einhaltungsmechanismen der Mitglieder im Rahmen des WTO-Abkommens über Fischereisubventionen.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Ziehen Sie den offiziellen Text zu Rate und holen Sie bei Bedarf eine auf Ihre Situation abgestimmte Beratung ein.